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Glück: hoch ansteckend!
Natürlich macht es uns froh, wenn unsere Lieben glücklich sind. Und dass Lächeln und Gelächter ansteckend sind, ist auch hinlänglich bekannt. Aber kann auch das aktuelle Glück von Personen, die wir gar nicht kennen, Auswirkungen auf unser eigenes Glück haben?
James H. Fowler und Nicholas A. Christakis werteten die Ergebnisse einer Langzeitstudie mit 4.739 Personen aus und kamen zu dem Schluss, dass Glück über drei Entfernungsgrade („degrees of separation“) übertragen werden kann.
Dies liegt nicht so sehr daran, dass Personen sich gerne mit Gleichgesinnten befreunden. Es hat auch wenige mit den sozialen und finanziellen Verhältnissen zu tun. Die statistischen Daten legen vielmehr nahe, dass die beobachteten „Glücks-Cluster“ tatsächlich auf Ansteckung basieren.
Nicht ganz so ausgeprägt, sind die Daten zu Geschwistern, die in der Nähe leben (14%), und Partnern im gleichen Haushalt (8%). Letzteres erklären die Autoren damit, dass wir emotionale Befindlichkeiten eher von gleichgeschlechtlichen Personen übernehmen. Ohne jeglichen Einfluss sind Arbeitskollegen. Und dies, obwohl wir sie täglich sehen! Offensichtlich spielt also auch der soziale Kontext eine große Rolle. Ob man glücklich ist oder nicht, hängt also stark davon ab, ob andere Menschen im sozialen Netzwerk glücklich sind, und zwar bis zu drei „degrees of separation“ entfernt. Wieder zeigt sich, wie auch eine kleine Veränderung sich auf das gesamte Umfeld (» „System“) auswirken kann. Quelle: Dynamic spread of happiness in a large social network: longitudinal analysis over 20 years in the Framingham Heart Study » direkter Link auf diesen Eintrag (0 comments) » kommentieren Schnell denken macht glücklich!
Emily Pronin und Elana Jacobs von der Princeton University in New Jersey (USA) haben in mehreren Studien untersucht, in wiefern geistige Beweglichkeit sich auf unsere Stimmung auswirkt. Ihre Ergebnisse haben sie 2008 in einem Übersichtsartikel zusammengefasst.
Geistige Beweglichkeit setzt sich aus den Komponenten Gedanken-Geschwindigkeit und Gedanken-Variabilität zusammen. Aus mehreren Experimenten mit Studentinnen der Universität zogen die Psychologinnen folgende Schlüsse:
(Quelle: E. Pronin, E. Jacobs et al.: Thought Speed, Mood, and the Experience of Mental Motion, Perspectives of Psychological Science, 3/6, 2008, 461-485) » direkter Link auf diesen Eintrag (0 comments) » kommentieren Vom Guten im Schlechten
„Es gibt nichts Gutes im Schlechten.“ Dieser oft zitierte Satz von Adorno mag auf viele Bereiche des Lebens zutreffen, aber überraschender Weise nicht auf unsere Laune. Zu diesem Schluss kommen jedenfalls Psychologen, die sich mit Aspekten und Auswirkungen unserer Stimmung befasst haben.
Anna Gielas von der Harvard Universität in Cambridge (USA) fasste für die aktuelle Ausgabe von „Gehirn & Geist“ (7-8/2010) die Ergebnisse mehrerer Studien zusammen. Das – für mich – erstaunliche Resultat: schlechte Laune ist ein evolutionär bedingter Mechanismus, der durchaus auch seine guten Seiten hat.
„Schlechte Laune macht das Individuum aufmerksamer für Details,“ zitiert sie den Sozialpsychologen Herbert Bless von der Universität Mannheim (Deutschland). Eine positive Gefühlslage verleite uns dazu, Informationen weniger wachsam zu verarbeiten und begünstige auch die Neigung, Fehlinformationen ungeprüft zu übernehmen, so die Autorin. Wenn wir fröhlich sind, verlassen wir uns auf bereits vorhandene Informationen und überprüfen ihre Vollständigkeit und Richtigkeit nicht laufend. Und wir sind auch leichter durch andere zu beeinflussen. Missmut macht uns kritischer und unabhängiger von den Meinungen anderer. Auch Selbstkritik ist eine Domäne der Miesepeter. Sonnige Gemüter, so der Psychologe Joseph Forgas von der Universität von New South Wales in Sydney (Australien), schieben die Schuld für Fehler lieber anderen in die Schuhe. Schlechte Laune stärkt also unser Urteilsvermögen, wenn wir mit komplexen und tiefgreifenden Problemen konfrontiert sind. Natürlich soll dies kein Freibrief für Sie, liebe Leserinnen und Leser, sein, sich in Zukunft in Ihren Stimmungstiefs zu baden. Aber es mag eine kleine Entschuldigung für Sie sein, wenn Sie tatsächlich einmal schlecht drauf sind. Und vielleicht hilft Ihnen dieses Wissen ja sogar, Ihre Stimmung zu heben. Und wenn Ihr Missmut Ihnen trotz allem einmal auf die Nerven geht, probieren Sie einfach, schneller zu denken! Warum? Das erzähle ich Ihnen nächste Woche … » direkter Link auf diesen Eintrag (0 comments) » kommentieren Der Tempel der tausend Spiegel
Es war einmal in Indien, in einem großen Tempel, dessen Wände und Türme aus reinem Gold bestanden. Im Inneren des Tempels spiegelte sich das Licht tausendfach, denn die Wände waren alle mit Spiegeln ausgekleidet. Der undurchdringliche indische Urwald umhüllte das Gold des sagenhaften Tempels wie ein sanftes Tuch und so haben nur sehr wenige Geschöpfe ihn jemals zu Gesicht bekommen.
Ein Hund jedoch, der in einem Dorf am Rand des Dschungels lebte, verirrte sich einst in dem Dickicht. Er lief immer weiter und suchte nach seinem Weg, bis er plötzlich vor den goldenen Ruinen stand. Seine Entdeckung ließ sein Herz freudig pochen, denn wenn er auch noch nicht den Heimweg gefunden hatte, so fand er doch diesen Goldschatz, der ihn reich machen würde. Erregt lief er durch den Eingang in das Innere des Tempels, der von einem seltsamen Lichtglanz erfüllt war.
Doch wie erschrak er, als er sich plötzlich tausend Hunden gegenüber sah. Sofort dachte er, die anderen seien ihm zuvor gekommen, und mit bösem Blick schaute er sie an. Doch wohin er sich auch wandte, er sah lauter Hunde, die ihn mit bösem Blick anstarrten. Er fletschte die Zähne und knurrte leise und überall knurrte es zwischen gefletschten Zähnen zurück. In seine Enttäuschung mischte sich Wut, und er begann laut zu bellen und kläffen. Doch aus allen Richtung sah er Hunde ebenso zurückbellen. Nun mischte sich Angst in seine Wut, er fühlte sich umkreist und bedroht bei jedem Schritt. Wild rannte er im Kreis herum, versuchte zu entkommen und Panik machte sich breit. Doch die anderen Hunde blieben ihm immer auf den Fersen und ließen sich durch keinen Sprung und keine List abschütteln. Erschöpft vor Enttäuschung, Wut und Angst taumelte er und schließlich brach er tot zusammen - wie überall sein Spiegelbild. Viele Jahre blieb die Ruhe des Tempels ungestört, bis die Vorsehung einen anderen Hund zu den Ruinen führte. Auch dieser Hund freute sich über seine Entdeckung und gespannt lief er ins Innere. Wie staunte er, als er sich plötzlich von tausend Hunden umringt sah. Doch sein Herz machte einen Freudensprung, denn nun hatte er mitten in der Einsamkeit auch noch Gesellschaft gefunden. Freudig wedelte er mit seinem Schwanz und tausend Hunde wedelten zurück. Darüber freute er sich noch mehr und sah, wie sich auch die anderen noch mehr freuten. So nahm die Freude ständig zu. Noch viele Jahre später, als er schon längst wieder den Weg zurück zu seinem Dorf gefunden hatte, besuchte der Hund doch immer wieder den Tempel der tausend Spiegel, um sich mit den anderen Hunden zu freuen. So kann derselbe Ort für den einen zur Not oder zum Tod, für den anderen zur Freude werden. (Quelle: http://www.martin-adler.org/TI/KFB/DerTempelDer1000Spiegel.htm ) » direkter Link auf diesen Eintrag (0 comments) » kommentieren Für immer jung …
![]() Beim Menschen ist die Kindheit im Vergleich zum Tierreich ausgesprochen lang. Wir kommen als physiologische Frühgeburten auf die Welt und erlangen mit etwa 13 Jahren sexuelle Reife. Aber unser Gehirn entwickelt sich noch lange weiter und behält selbst im Alter noch eine enorme Plastizität, die jene erwachsener Tiere weit übersteigt. Der Fachbegriff für diese „ewige Jugend“ ist Neotenie – ein großes Thema der Evolutionsforschung. Kernmerkmale der Neotenie, die kein rein menschliches Phänomen ist, sind eine größere Offenheit für Neues, stärkere Neugierde und die Fähigkeit, neue Informationen aufzunehmen.
Neotenie resultiert in größerer Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, wenn auch zum Preis größerer Verletzbarkeit und emotionaler Unreife. Somit ist des Menschen Suche nach ewiger Jugend sinnlos. Er hat sie schon längst: im Kopf. » direkter Link auf diesen Eintrag (0 comments) » kommentieren Kritzeln statt Träumen!
![]() Gehören Sie auch zu den Menschen, die während eines Telefonats oder eines langen Meetings gerne vor sich hin kritzeln? Wunderbar! Denn Kritzeln fördert das Erinnerungsvermögen, wie eine jüngst veröffentlichte Untersuchung zeigte. Bei dieser Studie mussten 40 Probanden einer langweiligen Telefonnachricht zuhören. Die eine Hälfte davon durfte währenddessen einfache Formen ausmalen, die andere nicht.
Bei einem anschließenden unangekündigten Test konnte sich die kritzelnde Gruppe an 29% mehr Informationen erinnern als die Kontrollgruppe. Möglicherweise hält das Malen die Menschen wach und verhindert das Abdriften in Tagträume, so die Vermutung der Studienleiterin Jackie Andrade von der Universität Plymouth. Quelle: Andrade, Jackie: What does doodling do? Applied Cognitive Psychology 23 (2009) » direkter Link auf diesen Eintrag (0 comments) » kommentieren Bitte lächeln!
Dass unsere Stimmungen und Gefühle unsere Körperhaltung und Mimik beeinflussen, ist jedem klar. Wissen Sie aber auch, dass die Sache auch umgekehrt funktioniert? Dass unsere Körperhaltung und Mimik unsere Stimmungen und Gefühle beeinflussen können?
„Fake it till you make it,“ sagt man im Englischen: „Tue so als ob, bis Du es schaffst.“ Dieses einfache Prinzip macht sich zum Beispiel auch das Lachyoga zunutze. Im Lachyoga wird nicht über Scherze oder (schlechte) Witze gelacht, sondern einfach so. Ohne Grund. Zu Beginn wirkt das oft etwas gekünstelt (und ist es auch), aber nach kurzer Zeit entwickelt das Lachen eine Eigendynamik. Der Körper sendet Botenstoffe ans Gehirn: „Ich lache, also muss es mir wirklich gut gehen!“ Und das Gehirn reagiert sofort und schüttet Endorphine aus. Die Stimmung hebt sich und wir lachen wirklich. Zudem ist Lachen hoch ansteckend! Lachen ist ein soziales Phänomen, wir lachen vor allem in Gesellschaft.
Aber natürlich müssen Sie sich nicht im Lachyoga zum Affen machen, um von der positiven Wirkung dieses Prinzips zu profitieren. Sie können es auch erst einmal mit einem Lächeln probieren. Auch das ist in den meisten Fällen ansteckend: Sie werden ein Lächeln zurückbekommen. Probieren Sie die Wirkung der Mimik anhand der folgenden Übung selbst aus: Nehmen Sie jetzt, bevor Sie weiter lesen, einen (sauberen!) Bleistift oder Kugelschreiber zur Hand und pressen Sie ihn zwischen die Lippen, etwa so: Dabei müssen Sie die Mundwinkel nach unten ziehen. Nach einiger Zeit verschlechtert sich Ihre Laune. Nehmen Sie den Stift wieder heraus. Und nun halten Sie ihn mit Ihren Zähnen fest, etwa so: ![]() Automatisch werden Sie dabei Ihre Mundwinkel nach oben ziehen (ausser Sie bemühen sich ganz, ganz fest, dies nicht zu tun; dann haben Sie aber auch nichts von dieser Übung). Nach kürzester Zeit werden Sie merken, dass Ihre gute Stimmung wieder zurückkehrt. Behalten Sie Ihr Lächeln bei, auch nachdem Sie den Stift wieder aus dem Mund genommen haben! Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch eine kurze Lächel-Meditation vorstellen, die ich von meiner Freundin und Lachyoga-Lehrerin Ellen Müller gelernt habe: Schließen Sie die Augen und sagen Sie sich im Geiste den folgenden Text vor: „Beim Einatmen freue ich mich, beim Ausatmen lächle ich. Ich verweile im gegenwärtigen Moment, und dies ist ein wunderbarer Moment. Einatmen – Lächeln – gegenwärtiger Moment – wunderbarer Moment.“ » direkter Link auf diesen Eintrag (0 comments) » kommentieren Kindliches Staunen
"Bitte nie zu sagen, 'das ist langweilig, das kenne ich schon'. Das ist die größte Katastrophe! Immer wieder sagen, 'ich habe keine Ahnung, ich möchte das noch einmal erleben'." (Heinz von Foerster)
Dieses Zitat von Heinz von Foerster begegnete mir zum ersten Mal vor vielen Jahren in einer Nummer von Thomas Brinkmann („Noch einmal“ auf der CD „Ester Brinkmann: Totes Rennen“). Damals wusste ich freilich noch nichts von Heinz von Foerster, aber ich liebte dieses Stück und das darin verwendete Sample auf Anhieb.
Für mich hat dieser Ausspruch des berühmten Kybernetikers sehr viel mit „Aufmerksamkeit“ zu tun, mit „Achtsamkeit“ und vor allem mit „Staunen“. Als Kinder war das Staunen – neben dem Spielen – gleichsam unsere Hauptbeschäftigung beziehungsweise Hauptaufgabe. Das Leben war spannend und täglich neu. Alles erschien uns wie ein kleines (oder auch großes) Wunder. Mit zunehmendem Alter verlieren wir die Fähigkeit zu staunen. Wir lernen, unsere Wahrnehmungen in Schubladen zu stecken, und sind der Meinung, die Welt so gut zu kennen, dass uns nichts mehr überraschen kann. Wir werden „abgebrüht“. Oder, um es mit der „philosophischen Beraterin“ Rebekka Reinhard zu sagen: “Als Erwachsener … ist man vom Weihnachtsbaum schon gelangweilt, bevor man ihn zu sehen bekommt.“ (Rebekka Reinhard, Die Sinn-Diät, Ludwig Verlag, München 2009) Wie können wir als Erwachsene diesen „Anfängergeist“ wiedererlangen? Eine Möglichkeit ist es, uns in Achtsamkeit zu üben. Die Buddhisten wussten das schon immer. Daher gab es bereits im Frühbuddhismus die Praxis der „Achsamkeitsmeditation“ im Vipassan?. “Achtsamkeit ist die Fähigkeit des Menschen, die eigenen Erfahrungen, die er von Moment zu Moment erlebt, bewusst wahrzunehmen … Diese Fähigkeit kann man lernen und trainieren. Es ist das offene und nicht-wertende Gewahrsein all dessen, was gerade da ist, sei es angenehm oder unangenehm.“ (Lothar Schwalm, http://www.mbsr-bb.de/) Sie können das selbst üben: Nehmen Sie jetzt gleich drei Rosinen zur Hand und untersuchen Sie sie, als wären es die ersten Rosinen, die Sie je gesehen haben. Wo kommen sie her? Wer hat Sie geerntet, getrocknet, eingepackt? Staunen Sie über die Falten Ihrer Rosinen, die Farbe, den Geruch. Dann nehmen Sie eine in den Mund – noch nicht zerbeißen – und lassen Sie sie langsam im Mund hin und her wandern. Fühlen Sie die Struktur auf Ihrer Zunge, auf Ihrem Gaumen. Dann beißen Sie einmal hinein und spüren Sie den Geschmack und die Süße Ihrer Rosine. Kauen Sie sie langsam und mit Achtsamkeit. Wenn Sie die erste der Rosinen geschluckt haben, nehmen Sie sich die zweite vor. Stellen Sie sich vor, dies wäre die erste Rosine, die Sie jemals sehen und erleben Sie sie wieder ganz langsam, Schritt für Schritt. Nehmen Sie sie mit einer ganz neuen Achtsamkeit mit all Ihren Sinnen wahr. Und, ja, auch die dritte Rosine … Sie können diese Übung natürlich auch mit Gummibärchen oder ähnlichem durchführen. „Die Haltung des Anfängergeistes beinhaltet, dass wir auch Dinge, die wir schon oft gemacht haben und natürlich auch die neuen mit einer offenen Haltung tun. Dies geschieht mit dem Bewusstsein, dass kein Moment dem anderen völlig gleicht …“ (Luise Reddemann) » direkter Link auf diesen Eintrag (0 comments) » kommentieren Entscheiden Sie sich!
![]() „Ich kann immer wählen, aber ich muss mir bewusst sein, dass ich, wenn ich nicht wähle, trotzdem wähle.“ (Jean-Paul Sartre) Hand aufs Herz: geht es Ihnen auch manchmal so, dass Sie sich nicht entscheiden wollen? Dass Sie Aufgaben auf die lange Bank schieben, in der Hoffnung, dass sie so überflüssig würden? Oder dass Sie Einladungen weder annehmen noch ablehnen und es sich bis zum letzten Drücker offen halten, ob Sie nun hingehen oder nicht?
Der von Heinz von Foerster formulierte ethischer Imperativ lautet „Handle stets so, dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten größer wird!“ Und das ist ja auch gut und richtig so. Denn nur wer mehrere Möglichkeiten hat, kann wirklich frei wählen. Nur – und dieser Punkt ist wichtig – er muss es dann auch. Sonst gibt er das Ruder aus der Hand und die Möglichkeiten entschwinden irgendwann von selbst. In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass viele meiner Freunde und Bekannten bestrebt sind, sich so viele Optionen wie möglich so lange wie möglich offen zu halten. Sich nicht festzulegen. Weder „Ja“ noch „Nein“ zu sagen. Doch Optionen sind im Grunde irreal. Es gibt sie nicht oder noch nicht. Solange wir uns nicht auf eine Möglichkeit festlegen, leben wir ein einem provisorischen Zustand der Ungewissheit. Und diese Ungewissheit ist nicht gut für uns. Sie verunsichert und bremst uns. Denn im Grunde wissen wir ja, dass wir nicht in zwei Richtungen gleichzeitig gehen können. Vielmehr besteht die Gefahr, dass wir so bloß auf der Stelle treten. Warum nehmen wir dieses unangenehme Gefühl der Unsicherheit und des potentiellen Stillstandes in Kauf? Vielleicht weil es uns vor einem noch viel unangenehmeren Gefühl bewahrt: der Angst. Angst davor eine Entscheidung zu treffen (die sich im Nachhinein als falsch herausstellen kann). Angst davor unsere Bekannten zu verärgern (die uns dann vielleicht nicht mehr zu Ihren Festen einladen). Angst davor etwas zu versäumen. Einen interessanten Abend, einen wichtigen Kontakt, die Party des Jahres, das perfekte Glück, … Und auch die Angst davor, zu unseren Meinungen, Überzeugungen und Entscheidungen zu stehen. Auch bei Gegenwind! Weil wir uns dadurch eventuell unbeliebt machen könnten. Und das wollen wir auf keinen Fall. Doch für ein authentisches Leben ist es notwendig, sich dieser Angst zu stellen. Ihre Entscheidungen definieren, wer Sie sind. Und das wollen Sie doch nicht dem Zufall überlassen?
» direkter Link auf diesen Eintrag (0 comments) » kommentieren Ein Leben in sechs Wörtern
Können Sie Ihr Leben in nur sechs Wörtern zusammenfassen?
In der "6-Wörter-Autobiographie" geht es darum, das eigene Leben haiku-artig zu komprimieren, um zur Essenz des eigenen Daseins zu gelangen. Eine hervorragende Übung.
Auf diese Idee stieß ich neulich rein zufällig; an die Quelle erinnere ich mich leider nicht mehr. Das wollte ich natürlich sofort ausprobieren. Mein Leben lässt sich bisher so zusammenfassen: "Vielfalt: Immer wieder etwas Neues lernen." Und wie lautet Ihre "6-Wörter-Autobiographie"? » direkter Link auf diesen Eintrag (0 comments) » kommentieren |
Petra Hennrich
Grafikerin, systemische Coachin, Trainerin, Künstlerin
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