Glück: hoch ansteckend!
ph, Thema: Leben, Montag, 19. Juli 2010, 17:25

Natürlich macht es uns froh, wenn unsere Lieben glücklich sind. Und dass Lächeln und Gelächter ansteckend sind, ist auch hinlänglich bekannt. Aber kann auch das aktuelle Glück von Personen, die wir gar nicht kennen, Auswirkungen auf unser eigenes Glück haben?

James H. Fowler und Nicholas A. Christakis werteten die Ergebnisse einer Langzeitstudie mit 4.739 Personen aus und kamen zu dem Schluss, dass Glück über drei Entfernungsgrade („degrees of separation“) übertragen werden kann.

Dies liegt nicht so sehr daran, dass Personen sich gerne mit Gleichgesinnten befreunden. Es hat auch wenige mit den sozialen und finanziellen Verhältnissen zu tun. Die statistischen Daten legen vielmehr nahe, dass die beobachteten „Glücks-Cluster“ tatsächlich auf Ansteckung basieren.
  • Eine Freundin, die innerhalb eines Radius von 1,6 km lebt und glücklich wird, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie selbst auch glücklich werden, um 25%!
  • Der Effekt lässt mit der geographischen Entfernung nach; im Schnitt bleibt eine Wahrscheinlichkeit von 15,3% bei direkten Freunden.
  • Auch wenn die Freundin Ihrer Freundin glücklich ist, steigt sie Wahrscheinlichkeit auf Ihr eigenes Glück um 9,8%.
  • Selbst die Freundin der Freundin Ihrer Freundin vermag Ihr Glück noch zu immerhin 5,6% beeinflussen.
Beeindruckend sind auch die Werte bei direkten Nachbarn: 34%! Geographische Nähe spielt laut dieser Studie generell eine große Rolle bei der Glücks-Übertragung.

Nicht ganz so ausgeprägt, sind die Daten zu Geschwistern, die in der Nähe leben (14%), und Partnern im gleichen Haushalt (8%). Letzteres erklären die Autoren damit, dass wir emotionale Befindlichkeiten eher von gleichgeschlechtlichen Personen übernehmen.

Ohne jeglichen Einfluss sind Arbeitskollegen. Und dies, obwohl wir sie täglich sehen! Offensichtlich spielt also auch der soziale Kontext eine große Rolle.

Ob man glücklich ist oder nicht, hängt also stark davon ab, ob andere Menschen im sozialen Netzwerk glücklich sind, und zwar bis zu drei „degrees of separation“ entfernt. Wieder zeigt sich, wie auch eine kleine Veränderung sich auf das gesamte Umfeld (» „System“) auswirken kann.

Quelle: Dynamic spread of happiness in a large social network: longitudinal analysis over 20 years in the Framingham Heart Study

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Petra Hennrich
Grafikerin, systemische Coachin, Trainerin, Künstlerin
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