Beute oder Spielkamerad?
ph, Thema: Spielen, Monday, 22. February 2010, 10:13



Was bringt diesen hungrigen Eisbären dazu, mit dem Husky zu spielen (anstatt ihn zu verspeisen)?

Spielen und „Emotionale Intelligenz“
Lange Zeit wurde angenommen, dass – sowohl menschliche als auch nicht-menschliche – Jungtiere im Spiel durch Nachahmung genau jene Verhaltensweisen erlernen, die sie als Erwachsene benötigen werden, also zum Beispiel das Jagen oder Kämpfen. Dem widerspricht die Tatsache, dass zum Beispiel auch Katzen, die am Spielen gehindert wurden, später ebenso gute Jäger werden, wie ihre spielenden Kollegen. Aber: „What they can’t do—what they never learned to do—is to socialize successfully.“ (Brown 2009: S. 32)

Im Spielen lernen Tiere, Freund von Feind zu unterscheiden, die Signale ihrer Artgenossen richtig zu deuten und deren Emotionen zu erkennen, was Daniel Goleman „Emotionale Intelligenz“ nennt – ein wichtiger Faktor für das soziale Zusammenleben.

Spielen und „Kreative Intelligenz“
Beim Spielen können wir uns in einer angstfreien Umgebung neuen Heraus­forderungen stellen und neue Verhaltensweisen spielerisch ausprobieren. Der schützende Rahmen der Gruppe erlaubt uns, Reaktionen auf neuartige Situationen auszutesten und zu trainieren.

Der amerikanischer Verhaltensforscher Bob Fagen, der das Spielverhalten der Eisbären in Alaska untersuchte, fand heraus, dass jene Bären, die am meisten spielten, die größten Überlebenschancen hatten – trotz der Gefahren und Nachteile des Spielens. Er erklärt dies so: „In a world continuously presenting unique challenges and ambiguity, play prepares these bears for an evolving planet“. (Brown 2009: S. 29)

Zusammenfassend könnte man sagen, dass Spielen die Anzahl der möglichen Verhaltensweisen erhöht und spielende Tiere besser mit neuen Situationen zurecht kommen, da sie über ein größeres Repertoire an „Copingstrategien“ verfügen – eines der wichtigsten Merkmale „kreativer Intelligenz“.

Spielen bietet diesen Tieren also einen Überlebensvorteil. Daher ist eine Spielaufforderung (wie zum Beispiel die typische Spielverbeugung der Hunde) für einige Tiere scheinbar so unwiderstehlich, dass sie darüber ihren Hunger vergessen.

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Petra Hennrich Creative Coaching
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