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Welche Frage soll ich Ihnen stellen?
Es ist Freitag Nachmittag. Sie wollen gerade das Büro verlassen, da treffen Sie am Gang einen Kollegen, der Sie in ein Gespräch verwickelt. Ein unerfreuliches Gespräch. So unerfreulich, dass Sie sich im Streit trennen. Vor Montag wird die Sache nicht geklärt werden können.
Was tun? Sie wollen nicht mit diesem schlechten Gefühl ins Wochenende gehen und Ihre Umwelt damit belasten. Aber so wie Sie jetzt drauf sind …
In der besten aller Welten würden Sie Ihren Coach anrufen und um einen Blitz-Termin bitten. Sofort und auf der Stelle. Nur Ihr Coach hat leider keine Zeit. Vielleicht, weil er gerade einen anderen „Notfall“ bearbeitet. Da hilft nur noch Selbstcoaching! Sie wissen ja, ich bin der Überzeugung, dass wir alle bereits alle Fähigkeiten in uns angelegt haben, die wir brauchen. Warum also nicht die, uns selbst zu coachen? Nicht umsonst ist die Frage „Welche Frage soll ich Ihnen jetzt stellen, damit es Ihnen besser geht?“ eine der Lieblingsfragen meines Coaches und Supervisors. Statt also mit einem unangenehmen Gefühl im Bauch ins Wochenende zu starten, nehmen Sie sich etwa eine Stunde Zeit für sich selbst. Suchen Sie sich einen Ort, an dem Sie ungestört sind und bitten Sie Ihren „inneren Coach“ um Hilfe. Wenn Sie möchten, können Sie ihm einen eigenen Sessel aufstellen, auf den Sie sich immer dann setzen, wenn Sie sich in die Rolle des Coaches begeben. Oder Sie stellen sich vor, Ihr „echter“ Coach nimmt auf diesem Sessel Platz. Fragen Sie sich selbst: „Was ist mein Anliegen heute?“, „Welche Ziele habe ich für diese Coachingsitzung?“ und vor allem „Was soll nach dieser Stunde anders (besser!) sein als zu Beginn?“ und „Wie soll es mir am Ende dieser Stunde gehen?“. Überlegen Sie, wie Sie diese Ziele erreichen können. Was brauchen Sie dafür? Und welche Fragen müsste Ihr Coach Ihnen stellen, um da hin zu kommen? Bedenken Sie, dass Sie Ihren Kollegen (um beim eingangs beschriebenen Beispiel zu bleiben) nicht ändern können. Schon gar nicht von Ihrem Wohnzimmer aus. Das könnte Ihr „echter“ Coach auch nicht. Was sie aber verändern können, ist Ihre eigene Einstellung und Ihr Verhalten. Vertrauen Sie auf Ihre Selbstcoaching-Fähigkeiten und lassen Sie sich von Ihrem „inneren Coach“ führen. Nach dieser Coaching-Sitzung werden Sie Ihr Wochenende viel entspannter und unbelasteter genießen können. In hartnäckigen Fällen können Sie nun immer noch einen Termin mit Ihrem „echten“ Coach für nächste Woche vereinbaren und Ihr Problem bis dahin offiziell „vertagen“. |
Petra Hennrich Creative Coaching
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