ph, Thema: Spielen, Friday, 11. December 2009, 10:17
Spielen ist schon seit längerem Gegenstand wissenschaftlicher Forschung; sowohl das Spielverhalten junger Tiere als auch die Kinderspiele des Menschen werden von Verhaltensforschern, Psychologen und Pädagogen beobachtet.
Die Meinungen darüber, was „Spielen“ genau sei (und was nicht), sind so vielfältig wie das Spielen selbst. Je nachdem, ob man es aus ethologischer, anthropologischer, psychologischer, pädagogischer, kulturhistorischer (oder einer völlig anderen) Sicht betrachtet, wird die Definition anders ausfallen. Und selbst innerhalb der einzelnen Wissensgebiete werden die Grenzen zwischen Spiel und seinem – im Übrigen ebenfalls nicht klar definierten – Gegenteil unterschiedlich gesetzt.
Stuart Brown fasste die Eigenschaften des Spiels in seinem 2009 erschienenen Buch „play. How It Shapes the Brain, Opens the Imagination, and Invigorates the Soul“ wie folgt zusammen.
Kein erkennbarer Zweck. Spielen scheint auf den ersten Blick keinen Überlebensvorteil zu bringen. Weder verdient man damit Geld, noch findet man dabei Nahrung oder Schutz. Wir spielen um des Spielens selbst willen.
Freiwilligkeit.
Natürliche Anziehung. Es macht einfach Spass zu spielen.
Zeitlosigkeit. Wenn wir ins Spiel vertieft sind, verlieren wir unser Zeitgefühl.
Selbstvergessenheit. Spielen kann uns so sehr in Beschlag nehmen, dass wir uns selbst und alles um uns herum vergessen. Wir machen uns keine Gedanken darüber, ob wir dabei eine gute Figur machen oder dumm aussehen.
Improvisationspotential. Da das Spiel ausserhalb der „normalen“ Aktivitäten stattfindet, können wir in einer sicheren Umgebung neue Verhaltensweisen, Gedanken oder Strategien ausprobieren, Dinge in einem neuen Licht betrachten und dadurch auch neue Einsichten gewinnen.
Verlangen nach Fortführung. Da es uns so viel Freude macht, wollen wir immer weiter spielen. Dafür ändern wir sogar die Spielregeln: als stärkere (schnellere, bessere, …) Spieler „bremsen“ wir uns durch (selbst auferlegte) Handicaps, damit das Spiel nicht allzu schnell vorüber ist.