Egal was Sie denken: Denken Sie das Gegenteil!
ph, Thema: Kreativ, Donnerstag, 9. September 2010, 18:02

Die Aufgabe des menschlichen Geistes ist es, Informationen zu verarbeiten. Letztendlich besteht sein Zweck darin, das Denken überflüssig zu machen.

Unser Geist will in erster Linie vertraute Muster erkennen. Sobald sich ein solches Muster gebildet hat, läuft jede Information, die diesem Muster in etwa entspricht, an dieser Muster-Bahn entlang – immer auf dem gleichen Weg – und macht sie noch ausgeprägter. So entstehen Autobahnen des Erkennens.

Und das ist ja auch gut so. Ohne diese Fähigkeit des menschlichen Geistes Muster zu erkennen, müssten wir jede einzelne Situation unseres Alltags immer wieder komplett neu bewerten. Muster helfen uns, den Tiger im Urwald rasch zu erkennen und richtig zu handeln.

Die Sache hat nur einen Haken: mitunter macht unser Mustererkennungssystem Fehler, und je weniger Muster uns zur Verfügung stehen, desto wahrscheinlicher werden diese Fehler. Ausserdem führt das Denken innerhalb vorhandener Muster nicht zu neuen Mustern.

Wir müssen Muster willentlich wechseln können, um zu analysieren und Neues zu entwickeln. Dies wird oft durch Fehler und Zufälle erreicht, kann aber auch durch einen Perspektivenwechsel bewusst gesteuert werden.

Und um diesen Perspektivenwechsel geht es in meinem neuen Newsletter und in diesem Workshop am Montag.

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Raus aus der „Komfortzone“!
ph, Thema: Coaching, Donnerstag, 2. September 2010, 16:41

Eines der wichtigsten Ziele im Coaching ist es, das Repertoire an Handlungsmöglichkeiten der Klienten zu erweitern – getreu dem von Heinz von Foerster formulierten ethischen Imperativ: „Handle stets so, dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten größer wird.“

Leider ist es häufig so, dass wir im Laufe unseres Lebens unsere Wahlmöglichkeiten eher verringern, anstatt sie zu erweitern. Im Zeichen einer falsch verstandenen Zweckrationalität beschränken wir unsere Lebensvielfalt und unseren Handlungsspielraum. Unmerklich reduzieren wir unsere Optionen in dem Bestreben, unser Leben und unser „System“ zu stabilisieren und zu bestätigen.

Wir probieren weniger oft Neues aus, da wir denken, das Beste für uns bereits gefunden zu haben. Wir werden faul und verlassen unsere Komfortzone, das uns Vertraute, nur noch ungern. Der gleiche Sportclub, der gleiche Italiener, die gleiche Bar, … Jenseits der Grenzen unserer Komfortzone lauern Stress und Panik. Und je seltener wir diese Grenzen verlassen, desto enger werden sie. Die Stress- und Panikzonen werden größer. Ein Teufelskreis.

Verlassen wir diesen Teufelskreis, indem wir unsere Grenzen erweitern und die Vielfalt in unser Leben zurückholen, können wir so auch ein großes Stück Lebensqualität zurückgewinnen. Durch die Freude an der Handlungsvielfalt wächst schließlich der Bereich, in dem wir uns wohl fühlen. Stress und Panik verschwinden in weite Ferne.

Probieren Sie es aus! Sie können zum Beispiel mit etwas beginnen, das Sie früher gern getan, nun aber lange vernachlässigt haben. Ein wenig ist es Ihnen immer noch vertraut, der Stress bleibt gering. Dehnen Sie so nach und nach Ihre Komfortzone wieder aus. Entscheiden Sie sich bewusst für die Vielfalt! Sie haben ein Recht darauf!

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„Nur Arbeit und kein Spiel macht dumm.“
(Karl Marx)
ph, Thema: Spielen, Donnerstag, 19. August 2010, 13:22



Als Kinder sind wir alle neugierig. Wir wollen ausprobieren, alles kennen lernen und uns entwickeln. Je älter wir werden, desto mehr beschränken wir uns in unserem Entfaltungsspielraum.

In unserem Bestreben, allzeit produktiv zu sein, streichen wir alles von unserem Tagesplan, das keinen objektiven Nutzen hat. Wir sind stolz darauf, wenn wir nur noch Dinge tun, von denen wir glauben, dass es auf sie ankommt.

Dabei vergessen wir nur allzu oft aufs Spielen. Wir halten es für Zeitverschwendung, nicht der Mühe wert. Oft bleibt uns auch einfach keine Zeit, Dinge nur so zum Spass zu machen. Unser angeborenes Bedürfnis nach Abwechslung und Herausforderung wird oft unter dem Berg der Verantwortungen, die wir zu tragen haben, begraben. Wir vergessen, dass gerade die scheinbar nicht zweckorientierten Dinge die Würze des Lebens ausmachen.

„The opposite of play is not work – the opposite of play is depression,“ meint der Spielforscher Stuart Brown.

Ein humorvoller, spielerischer Zugang kann uns oft helfen, mit den Herausforderungen des Lebens besser umzugehen. Dabei müssen wir natürlich nicht immer spielen, um ein erfülltes Leben zu führen. Auch wenn wir uns nur ab und zu erlauben, unseren Spieltrieb auszuleben, werden sich die positiven Effekte des Spielens in allen Lebensbereichen zeigen. Spielen kann uns in allem was wir tun produktiver, kreativer und letztendlich glücklicher machen.

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Petra Hennrich
Grafikerin, systemische Coachin, Trainerin, Künstlerin
Kaiserstrasse 96/V, 1070 Wien, Tel.: 0660 34 09 471
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